28. Januar 2026

Jetzt filtert Aktivkohle das Wasser in Willich

  • Neue Filtrationsanlage hat Montag ihren Betrieb aufgenommen
  • Seit 12. Januar geltende Grenzwerte der Trinkwasserverordnung werden eingehalten
  • Stadtwerke fordern Schadenersatz von den Verantwortlichen für PFAS-Verunreinigung

Die neue Aktivkohle-Filtrationsanlage in Anrath-Darderhöfe hat am 26. Januar ihren Betrieb aufgenommen. Seit Anfang Januar lief sie im Testbetrieb. Da mit der Anlage neue technische Anforderungen verbunden sind, wurde eine besonders intensive Testphase eingeplant. Diese ist nun erfolgreich abgeschlossen und die Anlage läuft im Regelbetrieb. Sie wird dauerhaft dafür sorgen, dass die Wasserwerke Willich die neuen Grenzwerte für die sogenannten per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) einhalten. Die Bürgerinnen und Bürger in Willich können sich darauf verlassen, dass ihr Trinkwasser auch künftig qualitativ einwandfrei ist.

„Ich bin froh, dass die neue Anlage eine langfristige und sichere Grundlage für die Trinkwasserversorgung in Willich schafft“, sagt Tafil Pufja, Geschäftsführer der Stadtwerke und der Wasserwerke Willich. „Auch wenn die Verursacher verurteilt sind, ist der Schaden für die Umwelt und unser Trinkwasser nicht behoben. Als Wasserversorger tragen wir eine hohe Verantwortung.“

Trinkwasser war zu jeder Zeit genießbar

Seitdem die Wasserwerke Ende 2023 erstmals PFAS im Trinkwasser nachgewiesen haben, untersucht das akkreditierte Labor IWW Zentrum Wasser aus Mühlheim wöchentlich Proben auf die sogenannten Ewig­keitschemikalien hin. Eine Arbeitsgruppe aus dem Umweltministerium NRW, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW, der Bezirksregierung Düsseldorf,  des Gesundheitsamts und Umweltamts des Kreises Viersen und der Wasserwerke hat die PFAS-Kontamination seither engmaschig geprüft und Maßnahmen entwickelt, um die Belastung zu minimieren.

Das Gesundheitsamt des Kreises Viersen bewertet die Ergebnisse der Proben kontinuierlich. Zwar lagen vereinzelt Messergebnisse gering über dem Vorsorgemaßnahmenwert — aber solche singulär erhöhten Werte gefährden nicht die Gesundheit. Denn definierte Höchstwerte basie­ren auf dem Vorsorgegedanken, sie unterstellen gewissermaßen die dauerhafte Zunahme einer Substanz. Das Gesundheitsamt hat jede einzelne Überschreitung im Kontext der Messhistorie beurteilt und festgestellt, dass das Trinkwasser zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefahr dargestellt hat.

Neue Anlage kostet 1,4 Millionen Euro

„Für uns stand bereits Anfang 2024 fest, dass eine Aktivkohle-Filtrationsanlage die einzige technisch zuverlässige Lösung für das in Willich geförderte Volumen ist“, sagt Tafil Pufja. Die Wasserwerk Willich GmbH hat in die Anlage 1,4 Millionen Euro investiert, die jährlichen Betriebskosten beziffert der Geschäftsführer auf rund 200.000 Euro.

Kosten, die zuletzt auch über einen höheren Wasserpreis an die Verbraucherinnen und Verbrau­cher weitergegeben werden mussten. „Selbstverständlich haben wir als Wasserwerk die Prüfung möglicher Schadens- und Ersatzansprüche in Auftrag gegeben. Wir wollen die Verursacher der Verunreinigungen zur Verantwortung ziehen, um unsere Kundinnen und Kunden zu entlasten“, sagt Tafil Pufja.

Mehr zu PFAS und den Maßnahmen der Stadtwerke lesen Sie auf unserer Webseite.

Zahlen & Fakten zur Aktivkohle-Filtrationsanlage

Anzahl FilterbehälterAcht Filterkessel je 20 Kubikmeter Volumen
FiltermaterialAktivkohle aus Steinkohle
Umstellung auf Kokosschalen möglich
Fördermengemaximal 640 Kubikmeter/Stunde gesamt
Betriebsdruck1,5 bis 2,0 bar
SteuerungVollautomatisch via SPS mit Fernüberwachung
Grundflächeca. 900 Quadratmeter

Infos zu PFAS

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, sind extrem langlebige Industriechemikalien, die sich weltweit in Wasser, Böden und Lebewesen anrei­chern. Sie wieder zu entfernen, ist technisch außerordentlich aufwändig und finan­ziell mit enormen Kosten verbunden.

Seit dem 12. Januar 2026 legt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) neue Grenzwerte für PFAS fest. Für eine Gruppe von 20 PFAS, die für das Trinkwasser rele­vant sind, liegt die Grenze jetzt bei 100 Nanogramm pro Liter. Ab 2028 kommt ein zusätz­licher Grenzwert für vier besonders kritische Verbindungen (PFHxS, PFOS, PFOA, PFNA) hinzu: Die Summe dieser vier Stoffe darf dann höchstens 20 Nanogramm pro Liter betragen.

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